Atlas KaaTai testet Pauschalaussagen an offenen Daten — über alle 400 deutschen Landkreise, ergebnisoffen. Wir bestätigen und widerlegen. Hier steht, wie wir rechnen, wo die Methode an ihre Grenzen kommt und wie du jedes Ergebnis selbst nachprüfst.
So entstehen unsere Faktenchecks — Schritt für Schritt · ← Übersicht
Wir nehmen eine Pauschalaussage, wie man sie im Alltag hört („Wo viele X, da viel Y"), und prüfen sie an Daten für alle 400 deutschen Landkreise.
Unsere Rolle ist die des Schiedsrichters: Wir prüfen Aussagen aus allen politischen Richtungen, bestätigen sie genauso wie wir sie widerlegen. Wir haben kein Lager — nur Daten.
Wichtig: Wir beschreiben Muster zwischen Regionen, wir bewerten keine Menschen und keine Parteien. „In Kreisen mit Merkmal A ist Merkmal B im Schnitt höher" ist eine Beobachtung über Regionen, kein Urteil über Einzelne.
Wir nutzen den Korrelationskoeffizienten r nach Pearson. Er misst, wie stark zwei Größen über die 400 Kreise zusammen ansteigen oder fallen — und in welche Richtung.
Als Faustregel: |r| ab etwa 0,2 ist ein schwacher, ab 0,4 ein mittlerer, ab 0,6 ein starker Zusammenhang. Wir nennen den r-Wert in jedem Faktencheck offen — du musst ihn nicht glauben, du kannst ihn nachrechnen.
Jeder Faktencheck endet mit einem von drei Urteilen:
Das Urteil bezieht sich immer auf die pauschale Formulierung. „Teils" heißt nicht „egal", sondern: die einfache Geschichte greift zu kurz.
Zu jedem aktiven Indikator zeigt Atlas einen Konfidenz-Score (5–95 %). Er macht transparent, wie belastbar die Regions-Aussage ist — Anbieter wie Microm oder Sinus geben solche Werte nicht heraus, wir schon.
Der Score kombiniert zwei Größen, live berechnet über alle Flächen der aktiven Ebene (Zellen, Gemeinden, Kreise, Wahlkreise oder Bundesländer):
Einordnung: Hoch ≥ 70 % · Mittel 40–69 % · Niedrig < 40 % („Vorsicht"). Bei zwei kombinierten Indikatoren (Bivariat-Modus) gilt das Minimum der Einzel-Scores. Angezeigt werden außerdem n, σ und der Spread P5–P95.
Ausnahme Absolutwert-Zähler (Einwohner, Personen, Gebäude): Deren große Streuung ist reale Siedlungsstruktur — Dorf-Zelle neben Stadt-Zelle — und keine Datenunsicherheit. Dort fließt σ nicht in den Score ein; er ergibt sich allein aus n (≥ 1000 → 90 · ≥ 200 → 75 · ≥ 50 → 50 · darunter → 25), und die Box kennzeichnet den Indikator als „Absolutwert".
Wichtig: Der Score misst die Belastbarkeit des Aggregats, nicht die Trefferquote pro Person. Ein Score von 85 % heißt: die Regions-Unterschiede sind statistisch stabil — nicht: 85 % der Menschen dort passen ins Profil (ökologischer Fehlschluss).
Einige Indikatoren tragen im Atlas neutrale Marketing-Bezeichnungen, damit Karten in Demos und Kampagnen-Kontexten ohne Fehldeutung funktionieren. Die Daten selbst sind unverändert amtliche Statistik — hier die Übersetzung:
Der exakte Fachbegriff steht immer im Tooltip des Indikators („Fachbegriff: …"). Über den Link „Fachbegriffe anzeigen" in der Konfidenz-Box (oder den URL-Parameter ?labels=fach) lassen sich jederzeit die Original-Bezeichnungen einblenden.
Wir nutzen ausschließlich offene, frei lizenzierte amtliche Daten (DL-DE 2.0 oder ODbL):
Quelle und Datenjahr stehen in jedem Faktencheck. Nichts Geheimes, nichts Gekauftes.
Das ist der Kern: Du musst uns nicht glauben. Jeder Faktencheck verlinkt die interaktive Karte im Atlas — denselben Datensatz, mit dem wir gerechnet haben. Über einen Direkt-Link öffnet sich genau der Indikator (oder die Kombination zweier Indikatoren), um den es im Video ging.
Wir verstecken auch die Gegen-Korrelationen nicht: Wenn eine andere Größe das Muster besser erklärt, kannst du das in derselben Karte selbst sehen.
Glaubwürdigkeit ist unser wichtigstes Gut. Deshalb mischen wir über eine Staffel hinweg bewusst bestätigte und widerlegte Aussagen aus verschiedenen Richtungen — wer nur eine Seite prüft, ist nicht neutral.
Wir formulieren beschreibend, nicht wertend, und nennen Unsicherheiten offen. Findest du einen Fehler oder eine fragwürdige Einordnung? Schreib an beratung@kaatai.de — wir korrigieren transparent und sichtbar.